Motivation! Wie ich die Zügel in meinem Leben wieder in die Hand genommen habe …

In MOMENT 1/2021 erzählt Judith, wie sie nach einer Durststrecke ihre Motivation wiedergefunden und es aus dem (Corona-)Loch herausgeschafft hat …

Manchmal ist das Leben frustrierend. Vorwärts geht es dann nicht – und auch sonst nirgendwohin. Wie einfach ist es da, das eigene Schicksal zu betrauern, eine „Mir geht es ja so schlecht“- und „Die Welt ist so gemein zu mir“-Klage anzustimmen und in Selbstmitleid zu versinken. Ja, das darf auch mal sein. Schließlich kann einem Schlimmes zustoßen. Ich rede von den kleinen Dingen, den oft selbstgemachten Problemen des Alltags. Und deshalb: Das darf auch mal sein. Aber die Betonung liegt hier auf „mal“. Denn weiter kommen wir so nicht – und das wäre ja schade.

Vor einigen Wochen war mein Alltag zäh wie Kaugummi: jeden Tag das Gleiche, coronabedingt so vieles, was Spaß macht, verboten oder überhaupt nicht möglich. Irgendwie hing ich durch und bemitleidete mich nur noch selbst. Irgendwann reichte es mir. Ich wollte etwas ändern und fragte mich: Was machen andere in solch einer Situation? In der Hörbuchwelt meiner Bibliothek wurde ich fündig: Ab da hörte ich jeden Tag Menschen zu, denen es genauso ging wie mir und die ebenfalls nicht zufrieden mit diesem Zustand waren. Menschen, die Bücher geschrieben haben, in denen sie anderen Tipps geben, wie sie aus ihrem Loch herauskommen, wie das Leben wieder Spaß macht, wie man herausfindet, was man wirklich will, und wie man seine Ziele erreicht. Motivation, Selbstmanagement, Coaching, Zielerreichung usw. sind die Stichworte dazu.

Ich bin nicht eine Schachfigur in meinem Leben, sondern die Schachspielerin.

Glücklich über so viel Unterstützung musste ich irgendwann lachen. Ist das nicht genau das, was ich schon jahraus, jahrein in Schönstatt tue? Nur, dass es hier anders heißt. Wenn in Schönstatt von Selbsterziehung, GTO und Persönlichem Ideal die Rede ist, dann geht es doch genau darum: das Beste aus dem eigenen Leben zu machen, den eigenen Platz im Leben zu finden, die nur mir zugedachte Aufgabe zu entdecken und meine Ziele zu verwirklichen. Zu sein, was ich bin. Und das in bestmöglicher Form. Manchmal sieht man eben den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Mein Leben hat sich inzwischen verändert. Rein äußerlich gar nicht, aber innerlich umso mehr. Ich bin wieder voll dabei – nicht mehr eine Schachfigur in meinem Leben, sondern die Schachspielerin. Und manches hat mich so beflügelt, dass ich es euch nicht vorenthalten will.

Zwei Tipps will ich euch mitgeben – in der Theorie kennengelernt und in der Praxis erprobt:

Der 10-Minuten-Trick

Du willst endlich anfangen, für die Prüfung zu lernen? Sport machen? Die Wohnung putzen? Aber deine Motivation hält sich, euphemistisch formuliert, in Grenzen? Dann nimm dir vor, die Aufgabe genau zehn Minuten lang zu erledigen. Damit trickst du dein Gehirn aus, denn hey: „Was sind schon zehn Minuten?

Das schaffe ich doch locker!“ Nach den zehn Minuten darfst du aufhören. Aber vielleicht willst du das dann gar nicht mehr …

Umgekehrt funktioniert es übrigens auch: Du willst unbedingt Schokolade essen, nur mal kurz auf Facebook – obwohl du eigentlich gerade etwas anderes tun solltest oder wolltest? Dann sag dir: „Ich darf das, aber erst in zehn Minuten.“ Und schau, was passiert. Entweder darfst du nach zehn Minuten deine Belohnung genießen (und bitte auch wirklich: genießen) oder du hast bis dahin vielleicht gar keine Lust mehr auf die Schokolade und vergessen, was du auf Facebook wolltest.

Der Wenn-dann-Trick

„Eigentlich wollte ich heute nach der Arbeit joggen, aber jetzt regnet es. Eigentlich wollte ich aufräumen, aber jetzt liege ich schon so gemütlich auf dem Sofa. Eigentlich muss ich für die Prüfung lernen, aber auf meinem Schreibtisch befinden sich nicht nur meine Lernsachen, sondern auch so viel anderes, was erledigt werden muss,

mehr Spaß macht und was ich tausendmal lieber tun würde.“ Kennst du das? Lass es gar nicht mehr so weit kommen! Du kannst vorsorgen: „Wenn es nachher regnet, dann gehe ich nicht joggen, sondern ins Schwimmbad. Wenn ich weiß, dass ich noch aufräumen will, dann lege ich mich vorher gar nicht erst aufs Sofa (sondern erst danach). Wenn ich lernen will, dann räume ich schon am Vorabend oder am Morgen alles von meinem Schreibtisch, was stören könnte, und lasse nur meine Lernunterlagen liegen.“

Was sind deine persönlichen Wenn-dann-Pläne?

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